Warum Du Regelmäßig Dein Blattgemüse Wechseln Solltest

Warum Du Regelmäßig Dein Blattgemüse Wechseln Solltest

Wie du dein Blattgemüse am besten abwechselst

Du hast sicher schon davon gehört, und ich weise oft darauf hin – wechsel regelmäßig dein Blattgemüse!
Aber warum? Warum nicht einfach bei den zwei Handvoll Spinat bleiben, die man jeden Tag in seinem grünen Smoothie verarbeitet? Nun, für das Wechseln gibt es mehrere Günde.

 

1 – Manche Blattgemüse sind nährstoffreicher als andere

Erstens, wenn du eine Vielzahl verschiedener Blattgemüse zu dir nimmst, fördert das die Ernährungsvielfalt. Verschiedene Lebensmittel haben unterschiedliche Mengen an Nährstoffen. Wenn du verschiedene Arten von Blattgemüsen isst, nimmst du automatisch eine ausgewogenere Menge an Vitaminen und Mineralstoffen zu dir.

 

Außerdem enthalten bestimmte Blattgemüse einzigartige Phyto-Nährstoffe, die du überhaupt nicht oder nur in kleinen Mengen zu sich nehmen würdest, wenn du immer die gleichen ein oder zwei Arten von grünem Blattgemüse essen würdest. Es wäre doch eine Verschwendung immer nur Spinat zu essen, wenn Grünkohl oder Löwenzahn doch viel mehr Kalzium, Eisen oder Proteine enthalten. Also konzentriere dich nicht nur auf eine Art von grünem Blattgemüse. Probieren Neues aus und sorgen für Vielfalt!

 

2 – Vermeide eine möglich Überdosierung an Antinährstoffen

Der zweite, und vielleicht der wichtigste Grund für mehr Abwechslung bei grünem Blattgemüse ist, dass alle Blattgemüse kleine Mengen an Giftstoffe und Abwehrmechanismen enthalten; eine Art Selbstschutz der Pflanze.
So können zum Beispiel goitrogene Stoffe, die in Grünkohl und anderen Kohlsorten enthalten sind, zu Komplikationen der Schilddrüsenhormonfunktion bei empfindlichen Personen führen. Oxalsäure in Spinat kann problematisch für Menschen sein, die zur Nierensteinbildung neigen.

Ein paar Handvoll Spinat oder Grünkohl in einem Smoothie pro Tag sind absolut sicher für Menschen, die keine gesundheitliche Beeinträchtigung haben, die durch diese Stoffe noch verstärkt werden könnte. Es ist HÖCHST unwahrscheinlich, dass du irgendeine Art von Vergiftung davon bekommst, wenn du durchschnittlich größere Mengen an Blattgemüse als Teil einer gesunden, ausgewogenen Ernährung zu dir nimmst.

Es könnten allerdings Probleme auftreten wenn du an einer Krankheit leidest, die durch bestimmte Inhaltsstoffe in Blattgemüse verstärkt werden könnten. Oder wenn du es mit der Menge, die du zu dir nimmst, schlichtweg übertreibst. Und wenn ich übertreiben sage, meine ich dass du täglich drei oder mehr Bündel an Blattgemüse isst.
Ich habe von einer älteren Frau gehört, die jeden Tag 2-3 große Chinakohl-Köpfe gegessen hatte, weil sie damit ihr Diabetes behandeln wollte. Sie landete mit einer akuten Schilddrüsenunterfunktion im Krankenhaus, was auf eine Überdosierung des Enzyms Myrosinase zurückgeführt wurde –dieses ist im Chinakohl enthalten.

 

Moment – Blattgemüse kann also schädlich sein?

Nein! Roher Chinakohl ist in angemessenen Mengen nicht giftig. Wenn du Grünkohl in deinem Smoothie verarbeitest, wirst du nicht an einer Schilddrüsenunterfunktion erkranken. Spinat-Smoothies werden dir keine Nierensteine verpassen.

Blattgemüse ist in den Mengen, die in meinen Smoothie-Rezepten angegeben sind, völlig ungiftig. Manchmal verwende ich rohen Baby-Chinakohl in meinen grünen Smoothies, ganz ohne Nebeneffekte. Ich nehme mehr Grünkohl in einer Woche zu mir als die meisten Menschen in einem ganzen Jahr. Meine Schilddrüsenwerte (nach vier Jahren Smoothie-Verzehr) sind absolut normal (auch die meines Mannes).

Zwei Tassen frischer Babyspinat pro Tag werden wohl keine Probleme verursachen, aber ein halbes Kilo Spinat oder drei Kohlköpfe pro Tag könnten das vielleicht schon tun.

 

Wie Sie Ihr Blattgemüse abwechseln

Meine Strategie, um eine Vielzahl an Blattgemüse in meine Ernährung einzubauen ist es, jeden Tag bis zu zwei Bündel (6-8 Tassen) davon zu essen (durchschnittlich). Ich stelle sicher dass ich viel Verschiedenes zu mir nehme, um ein Übermaß eines bestimmten Lebensmittels zu verhindern, was ein Ernährungsungleichgewicht oder eine zu hohe Menge an Antinährstoffen zur Folge haben könnte.

So esse ich zum Beispiel täglich Löwenzahn und Römersalat für zwei Wochen, und dann wechsle ich zu Rübengrün (beet greens) und Grünkohl für die nächsten paar Wochen. Dann gibt es für ein paar Tage Blattsalat und Spinat.

Es ist wichtig die Blattgemüse innerhalb der verschiedenen Pflanzenfamilien zu wechseln. Eine Kohlart wie Grünkohl mit einer anderen wie Chinakohl zu wechseln ist nicht empfehlenswert, weil du dadurch dieselben Antinährstoffe aufnimmst, die in allen Kohlarten enthalten sind. Eine bessere Abwechslung zu Grünkohl wären Nicht-Kohlarten wie Rübengrün (beet greens), Kopfsalat oder Mangold.

Hier eine Übersicht über die verschiedenen Familien der Blattgemüse. Ich verwende diese Übersicht als Grundlage für meine Abwechslungs-Routine:

 

Pflanzenfamilie Gemüse
Brassicaceen / Kreuzblütengewächse Grünkohl, Blattkohl, Rucola, Rübe, Kraut, Chinakohl, Rettichblätter, Brauner Senf (Rutenkohl), Brokkoli
Amarantgewächse / Chenopodiaceen Spinat, Mangold, Rüben, Baumspinat (Weißer Gänsefuß)
Asteraceen Löwenzahn, Blattsalat, Römersalat
Apiaceen Petersilie, Koriander

 

Sollten Sie auch Obst abwechseln?

Du fragst dich nun sicher, ob du auch beim Obst abwechseln solltest, die du in deinen grünen Smoothies verarbeitest. Obst ist nicht so bedenklich, da die möglicherweise schädlichen Antinährstoffe, die für Menschen gefährlich sein könnten, vor allem in den Samen enthalten sind (die wir normalerweise nicht essen).

Obst soll ja gegessen werden, da die Pflanzen so ihre Samen verteilen. Sie würden ja nicht denen schaden wollen, die Ihnen bei dieser Verteilung helfen, oder? Wenn ein Pflanzenfresser zuviele Blätter einer Pflanze isst, dann stirbt diese. Allerdings hilft die Frucht, die gegessen wird den Pflanzen zu überleben, indem deren Samen verteilt wird.

Trotzdem enthalten manche Fruchtsorten kleine Mengen an toxischen Stoffen die in normalen Mengen nicht giftig sind, die sich aber im Laufe der Zeit ansammeln und so Schaden verursachen können. Ein gutes Beispiel hierfür sind Sauerklee und Cherimoya. Beide enthalten Annonacin, und einige Studien deuten darauf hin dass es in Populationen, die große Mengen dieser Früchte verzehren, zu Hirnläsionen kommen kann. Natürlich gibt es auch wilde Früchte und Beeren, die für den Menschen hochgiftig sind.

Wir sehen also, eine abwechslungsreiche Ernährung, die aus einem regelmäßig wechselnden Mix von verschiedenen pflanzlichen Nahrungsmitteln besteht, wird keine Gesundheitsprobleme verursachen; aber der übermäßige Verzehr einer bestimmten Frucht oder einer Gemüsesorte über einen längeren Zeitraum kann zu unausgewogener Ernährung führen und in machen Fällen sogar giftig sein.

Versteife dich also nicht. Experimentiere, probiere verschiedene Nahrungsmittel aus und erkunde alle Bereiche der Gemüseabteilung deines Lebensmittelgeschäfts!

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