Fermentierte Lebensmittel für eine perfekte Gesundheit

Fermentierte Lebensmittel für eine perfekte Gesundheit

Fermentierte Getränke und Lebensmittel gehören zu den neuesten Trends im Bereich der Superfoods. Fermentation ist ein natürlicher Prozess, den die Menschen seit Jahrtausenden anwenden. Genauso lange profitieren sie auch schon davon. Fermentierte Lebensmittel und Getränke sind reich an Probiotika. Man kann die Produkte einer Fermentation auch als probiotische Lebensmittel bezeichnen. Diese hilfreichen Mikroorganismen arbeiten im Verdauungstrakt, um deine Gesundheit in vielfacher Weise zu verbessern. Nicht alle fermentierten Produkte sind für Smoothies geeignet (zum Beispiel eingelegtes Gemüse). Viele jedoch sind es. Sobald du mehr über Kefir, Kombucha, Hindu Limonade und andere leckere fermentierte Getränke gelernt hast, wirst du sie sicher in deine Smoothie-Rezepten einbringen wollen.

 

 BierWas ist Fermentation?

Chemisch gesehen ist Fermentation eine Art Reaktion. Es gibt zwei Arten von Fermentation: Ethanol und Milchsäure. Die Alkoholische Fermentation ist das Geheimnis der Herstellung von Spirituosen, Wein und Bier. Hefe, ein Mikroorganismus, zersetzt Glukose (Zucker in Getreide und Früchten) und produziert dabei Ethanol. Der dadurch entstehende Alkohol ist das älteste Fermentationsprodukt der Welt. Seit Tausenden von Jahren liefert die Kombination aus Zucker und Hefe den Menschen Wein, während die Mischung aus Getreide und Hefe Bier oder Schnaps erzeugt.

Die andere Art produziert unsere fermentierten Lebensmitteln und nicht- oder kaum-alkoholisch fermentierte Getränke. Milchsäuregärung passiert wenn Mikroorganismen (oft Lactobacillus-Bakterien) Zucker wie Glucose, Saccharose und Lactose zersetzen, um Milchsäure zu produzieren. Die Produktion von Milchsäure verleiht fermentierten Lebensmitteln wie Essiggurken, Sauerkraut und Joghurt einen sauren Geschmack. Getränke, die so fermentiert werden, sind ebenfalls sauer.

 

Was sind Probiotika?

Der Begriff Probiotika ist im Moment sehr angesagt wenn es um gesunde Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel geht. Sie sind der Schlüssel zu den vielen ernährungsphysiologischen Vorteilen von fermentierten Lebensmitteln und Getränken. Es hat den Anschein dass fermentierte Produkte nicht gut für uns sind, wenn man bedenkt dass hierbei Bakterien und Hefe unsere Nahrung zersetzen. Aber es stellte sich heraus, dass diese Mikroorganismen Wunder für die Gesundheit vollbringen.

Als Menschen vor tausenden Jahren erstmals mit der Fermentierung begannen, ging es in erster Linie darum, Lebensmittel haltbarer zu machen. Dabei wurden aber auch die gesundheitlichen Vorzüge entdeckt. Die nützlichen Mikroorganismen, die fermentierte Lebensmittel bevölkern, sind heute als Probiotika bekannt. Sie beinhalten verschiedene Arten von Bakterien und Hefe.

Es fängt alles im Darm an. Und der ist voller Bakterien. Von Geburt an hast du eine wichtige Ansammlung von Bakterien in deinem Darm und im ganzen Körper. Bei einem gesunden Erwachsenen sollte die Anzahl der Bakterien im Körper die der eigenen Zellen um das Zehnfache übersteigen. Die Mikroorganismen die in deinem Darm leben, helfen dir bei der Verdauung und beim Kampf gegen Krankheitserreger. Sie haben sogar Einfluss auf das Gehirn und deine Stimmung.

Probiotika sind lebende Mikroorganismen die du mit deiner Nahrung aufnimmst. Sie helfen, die vorhandene Darmflora zu verbessern. Sie finden sich in fermentierten Lebensmitteln und Getränken. Sie können aber auch als Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden.

Zahlreiche Studien zeigen dass du deine Darmflora und damit deine Gesundheit verbessern kannst, indem du Lebensmittel zu dir nimmst, die reich an Probiotika sind. Es gibt Studien die belegen, dass gewisse Krankheiten und sogar Übergewicht von einer schlechten Darmflora ausgehen können.

 

Was können Probiotika für dich tun?

Gurken FermentiertDie Wissenschaft hat erst vor kurzem begonnen, die Bedeutung der Darmbakterien und ihre Rolle für die menschliche Gesundheit zu entdecken. Während weiter geforscht wird finden wir heraus, dass unsere Darmflora mehr tut als nur unser Essen zu verdauen. Von der Gesundheit des Gehirns, über den Blutdruck bis zur Funktion des Immunsystems, und alles dazwischen – Darmbakterien tun sehr viel für uns.

Hier nur einige Gründe, warum du mehr Probiotika zu dir nehmen solltest:

Zahngesundheit. Das Bakterium Lactobacillus reuteri, welches an der Milchsäuregärung beteiligt ist, tötet schlechte Bakterien ab, die Karies und Zahnfleischerkrankungen verursachen.

Durchfall wird vorgebeugt. Durchfall kommt häufig vor wenn man Antibiotika nimmt. Das Medikament zerstört die gesunden Bakterien in deinem Darm. Mehr Probiotika aufzunehmen verhindert das und hält deinen Darm gesund.

Atemwegsinfektionen werden reduziert. Wie es genau funktioniert ist noch unklar, aber Probiotika im Darm scheinen die Häufigkeit von Atemwegsinfektionen (zB Erkältungen) zu reduzieren.

Niedrigerer Blutdruck. In Studien wurde gezeigt dass das Bakterium Lactobacillus reuteri den Blutdruck bei den Teilnehmern senkte (im Vergleich zur Placebogruppe).

Ekzeme werden verhindert. Die juckende, unangenehme Hauterkrankung kann bei Babys verhindert werden, wenn Mütter in der Schwangerschaft Probiotika zu sich nehmen.

Der Darm wird beruhigt. Eine Reihe von Verdauungsstörungen ist mit Probiotika behandelbar. Es gibt Hinweise darauf, dass der Konsum von mehr Probiotika bei der Behandlung eines Reizdarmsyndroms, Darminfektionen, Gastroenteritis und sogar der entzündlichen Erkrankungen Morbus Crohn und Colitis hilfreich sein kann.

Gesundheit des Gehirns . Eine der neuesten und aufregendsten Gebiete der Forschung bringt Darmbakterien mit dem Gehirn in Verbindung. Forschungen ergaben, dass alles was in deinem Darm lebt, Einfluss auf die Entwicklung und Struktur deines Gehirns hat. Man spricht oft vom “Bauchgefühl”, vom zweiten Gehirn. Wir haben schon oft gehört dass wir uns darauf verlassen sollen, wenn wir eine wichtige Entscheidung treffen müssen.

Es wird geschätzt, dass 50% unserer Neurotransmitter im Darm produziert werden. Darunter auch Serotonin, das sogenannte Glückshormon.

 

Fermentierte Getränke für deine Smoothies

Jetzt wo du weißt wie wichtig deine Darmflora ist, möchtest du sicherlich fermentierte Lebensmittel und Getränke in deine Ernährung aufnehmen. Wenn du Sauerkraut und Essiggurken nicht magst, gibt es viele andere Alternativen. Es gibt eine Menge fermentierter Getränke die du für Smoothies verwenden kannst, um mehr Geschmack und Nährstoffe hinzuzufügen. Viele sind in Naturkostläden zu finden und nicht schwer selbst zu machen.

 

Die folgende Liste an Fermentierten Lebensmitteln soll dir die mögliche vielfallt zeigen:

Kefir. Kefir ist ein fermentiertes Getränk das in seiner traditionellen Form dem Jogurt sehr ähnlich ist. Er wird durch die Fermentation von Milch mit Hefe und Bakterien hergestellt. Er schmeckt wie Joghurt, die Konsistenz ist aber dünner. Man kann Kefir auch aus Kokosnussmilch oder Wasser anstelle von Milch herstellen. Alle Arten von Kefir sind leicht herzustellen. Es ist ein gutes Startprojekt, wenn du noch nie ein fermentiertes Getränk selbst gemacht hast.

Kombucha. Dieser fermentierte Tee ist seit Jahren ein großes Schlagwort was gesunde Lebensmittel angeht. Kombucha benötigt eine Stammkultur an Bakterien und Hefe (bekannt als SCOBY = symbiotische Kultur von Bakterien und Hefe). Diese Stammkultur beginnt nach Zugabe von Zucker den Fermentationsprozess. Der Geschmack von Kombucha reicht von wenig bis stark sauer, je nachdem was hinzugefügt wird und wie lange fermentiert wird.

Jun Tee. Ein fermentiertes Stärkungsmittel aus grünem Tee und Honig, ähnlich wie Kombucha. Die Geschichte des Jun Tee ist etwas unklar. Manche sagen es ist ein altes, spirituelles Elixier aus dem Himalaya. Dort soll es von Mönchen und Krieger-Nomaden gebraut worden sein. Stell es dir als eine Light-Version von Kombucha vor.

Kwass. Kwass ist ein traditionelles, fermentiertes Getränk aus Russland. Als Grundlage für die Mikroorganismen wird typischerweise Brot verwendet. Der Geschmack von traditionellem Kwass ist ähnlich wie Bier, aber der Alkoholgehalt ist minimal (weniger als ein halbes Prozent). Manchmal wird es mit Früchten oder Süßungsmitteln aromatisiert. Es kann anstatt mit Brot auch mit Gemüse, zum Beispiel Rüben oder Karotten, hergestellt werden. Rüben-Kwass ist in den letzten Jahren sehr populär geworden.

Fermentierte Limonade. Anstatt übermäßig gesüßte Limonade zu kaufen, kannst du zu Hause deine eigene leckere, fermentierte Limonade herstellen. Rezepte für hausgemachte Orangenlimonade, Ginger Ale, Malzbier, Zitronen-Limetten-Limonade und andere sind leicht zu finden. Die meisten erfordern nur wenige Zutaten wie Früchte oder andere Aromastoffe, Wasser, Zucker, und entweder Molke oder eine Starterkultur.

Hindu-Limonade. Anstelle von gekaufter Limonade vollgepackt mit Zucker, probiere ein fermentiertes Getränk namens Hindu-Limonade herzustellen. Das einfache Rezept beinhaltet Molke, Zucker, Wasser und Zitronen (oder Limetten für Limonenwasser).

 Rejuvelac. Rejuvelac ist ein Getränk das durch die Fermentation von Getreidekeimlingen entsteht. Man muss die Getreidekörner einfach nur in Wasser einlegen und auf die Fermentation warten. Du kannst eine beliebige Getreideart verwenden: Roggen, Weizen, Hafer, Gerste, Quinoa oder andere. Zusätzlich zu den Probiotika ist dieses Getränk auch reich an Vitaminen, da beim Prozess die Körner zu keimen beginnen.

Naturjoghurt . Obwohl es technisch gesehen kein Getränk ist, ist Joghurt ein fermentiertes Produkt das dich mit Probiotika versorgt. Es ist eine tolle Zutat für deinen Smoothie. Du kannst dein eigenes Joghurt machen oder es kaufen. Entscheide dich für Vollfett-Joghurt und vermeide aromatisiertes Joghurt (enthalten oft sehr viel Zucker).

 

Denk daran dass die oben genannten Getränke, obwohl fermentiert, nicht alkoholisch sind. Die meisten können kleine, unbedeutende Mengen an Ethanol enthalten. Sie sind aber geeignet für Menschen aller Altersgruppen.

Wenn du dich mehr über fermentierte Getränke informierst und Rezepte suchst, wirst du vielleicht über Behauptungen stolpern, dass diese schädlich sein können. Ein Risiko sollen Infektionen durch schädliche Mikroorganismen sein, die die Probiotika-Kulturen verunreinigen, die zur Herstellung verwendet werden. Immer wenn du mit Bakterien und Hefe arbeitest solltest du vorsichtig sein. Aber die Risiken beim Brauen eigener fermentierter Getränke sind sehr gering. Achte einfach darauf alle Küchengeräte die du verwendest zu sterilisieren, um eine Verunreinigung zu vermeiden. Kauf außerdem Starterkulturen nur von seriösen Quellen.

Fermentierte Getränke gibt es schon seit Tausenden von Jahren in Kulturen auf der ganzen Welt. Es gibt einige herrlich prickelnde und schmackhafte fermentierte Getränke im Handel, die du auch selbst zu Hause herstellen kannst. Die Aromen und die ernährungsphysiologischen Vorteile dieser Getränke sind eine ideale Ergänzung zu deinen täglichen Smoothies. Bau sie in deine Lieblingsrezepte ein, um deiner Gesundheit etwas Gutes zu tun.

Fermentierte Getränke zu Hause herstellen

Es gibt viele gute Gründe, warum du deine eigenen fermentierten Getränke herstellen solltest. Es ist billiger, das Endprodukt enthält mehr Probiotika, du kontrollierst das Ergebnis (Geschmack und Konsistenz), und es macht Spaß! Wenn du ganz neu anfängst, dann such dir etwas Einfaches aus, zum Beispiel Kefir, und leg los!

 

Wie man fermentierte Getränke herstellt – Videoanleitung

 

 

3 Comments

  1. Christine 24. Juli 2015 at 10:16 - Reply

    Das Video zum Thema „Wie macht man Sauerkraut“ ist interessant und ich möchte das gerne selbst versuchen. Aus welchem Material sind die Scheiben, die in das Glas gelegt werden?

    mfg Christine

    • Sabine 25. Juli 2015 at 9:04 - Reply

      Hallo,
      die Gewichte bestehen in der Regel aus gebranntem Ton 😉

  2. Eva Ziegler 14. Januar 2016 at 14:38 - Reply

    Es gibt noch jahrelang fermentierte Früchte und Gemüse, die das Immunsystem stärken und sich positiv auf den allgemeinen Zustand auswirken, wenn du täglich 2-5 g davon isst, sie heißen Man-Koso.

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