Wie kommt man eigentlich darauf Veganer zu werden?

Wie kommt man eigentlich darauf Veganer zu werden?

Ja wie eigentlich? Diese Frage stellen sich sicher viele Personen. Vor allem die, die auf Milch und Käse aber vor allem auf Fleisch nicht verzichten können. Und ja, auch ich gehörte einst zu diesen Personen.

Neben meinem üppigen Appetit und den vielen süßen und fettigen Speisen, waren Fleisch und Fisch jahrelang Hauptdarsteller auf meinem Teller. Zu meinen Lieblingsgerichten gehörten alle Varianten von Bolognese (Gratin, Soße, Lasagne) sowie Schlemmerfilet, Fischfrikadellen und leckere Cheeseburger. Nicht zu vergessen ein saftiges Rindersteak. Das Highlight, wenn mein Partner und ich Auswärts essen waren.

Wenn ich heute mit meinen Erkenntnissen an die Zeit von damals zurück denke, dann bin ich doch wahrlich etwas geschockt darüber, was ich meinem Körper alles zugemutet habe. Auch wenn es lecker ist, so bin ich heute sehr froh darüber, kein Fleisch mehr zu essen. Aus gesundheitlichen und ethischen Gründen. Und tatsächlich habe ich durch meine Ernährungsumstellung einige Leiden aus meinem Leben entfernen und vieles zum Thema Gesundheit und Ernährung dazu lernen können.

 

Und Jetzt?

vegangedacht Und jetzt bin ich gesund, 10 Kilo leichter und laufe mit einem ganz anderen Lebensgefühl durch die Gegend. Ein Gefühl das ich nicht mehr missen möchte! 🙂

Ich verzichtete nach und nach auf Fertigprodukte und integrierte mehr gesunde Zutaten in meine Ernährung. Außerdem entdeckte ich bereits vor über 10 Jahren grüne Smoothies für mich. Dadurch dass ich mich in dieser Zeit auch mit dem Thema gesunde Ernährung beschäftigt habe, bin ich auf sämtliche Themen gestoßen die mein Weltbild nicht nur einmal auf den Kopf gestellt haben. Aber letztendlich führten sie mich zu meiner Entscheidung hauptsächlich vegan zu leben.

Mit diesem Beitrag möchte ich an einer interessanten Blogparade von #VEGANGEDACHT teilnehmen und euch darüber aufklären wie ich zu dem Thema Vegan leben stehe und was mich zu meiner aktuellen Lebensweise bewegt hat.

 

Eins möchte ich hier jedoch klar stellen…

…100% vegan bin ich nicht und so wie die Dinge gerade stehen, kann ich mir auch nicht vorstellen es je zu sein. Aber es gab auch Zeiten wo ich mir nicht vorstellen konnte auf Fleisch zu verzichten. Und heute lebe ich vegetarisch. Man weiß also nie, was die Zukunft eines Tages bringen wird.

Wie gesagt, vegan bin ich nicht aber ich esse hauptsächlich vegan. Das heißt, neben kompletten Verzicht auf Fleisch und Fisch esse ich selten Milchprodukte oder Honig. Jedoch gönne ich mir ab und zu mal ein Milcheis oder Schokolade und verwende Käse zum Überbacken meiner Gratins. Auch Sahne kommt (wenn auch selten) gelegentlich mal ins Spiel. Das ist auch völlig in Ordnung. Jemanden zu missionieren oder jemanden runterzumachen, weil er es nicht 100% durchzieht finde ich doch sehr anmaßend und dazu will ich ganz bestimmt nicht gehören.

Meiner Meinung nach ist es doch auch gut, wenn man auch kleine Schritte schafft. Statt sich immer nur Vorwürfe zu machen oder das Gefühl einzureden zu versagen, sollte man sich lieber über die Erfolge freuen, die man gemacht hat. Das sollte nicht nur in der Ernährung, sondern in allen Bereichen der Fall sein.

Doch klären wir doch mal die Fragen wie und warum ich zur Vegetarierin geworden bin. Von heut auf morgen war das nicht. Ich habe großen Respekt vor all denen, die das so durchziehen können, bei mir jedoch war das ein längerer Prozess. Zum einen litt ich neben meinem Übergewicht an sämtlichen Mangelerscheinungen und hatte Beschwerden. Hauptsächlich bekam ich sie mit den Smoothies behoben aber nicht alle.

 

Eine Dokumentation bewegte mich zu der Entscheidung

Nachdem ich mich ausführlicher mit Ernährung und Gesundheit auseinandersetzte, stieß ich dabei immer häufiger auf Studien, in denen bewiesen wurde wie negativ sich Fleisch auch auf unsere Gesundheit auswirken kann. Das mag ein Prozess sein, den man nicht von jetzt auf gleich spürt aber in einigen Jahren und je nach der Stärke des eigenen Immunsystems, können die Konsequenzen doch einen sehr bitteren Nachgeschmack haben. Tatsächlich war das aber noch kein Grund für mich den Fleischverzehr komplett einzustellen, sondern ihn nur zu reduzieren. Dabei wurden die Abstände zum Essen mit Fleisch immer größer. Nach drei Monaten ohne Fleisch war ich unterwegs und kaufte mir einen Burger. Als ich ihn probierte, schmeckte er gar nicht besonders. Ich fragte mich in diesem Moment ob es sein kann, dass ich mir den Geschmack langsam abgewöhne. Auch war ich am überlegen, ob ich nicht vielleicht doch vollkommen auf Fleisch verzichten könnte. Meine Gesundheit würde es mir Danken.

Diese Frage wurde zwei Wochen später ganz klar mit ja beantwortet nachdem ich mir mit meinem Freund den Film „Earthlings“ anschaute. Diese Dokumentation zeigt die Massentierhaltung und wie der Umgang mit den Tieren in dieser Industrie verläuft.

Der Film ist wirklich nichts für schwache Nerven. Ich habe Rotz und Wasser geheult und der Film hing mir noch lange nach. Dennoch bin ich froh ihn gesehen zu haben. Ich persönlich finde es wichtig, sich nicht nur mit den guten, sondern auch mit den schlechten Dingen auf der Welt auseinanderzusetzen, um sie besser zu verstehen. Sicher kennt jeder die Argumente von Freunden „Sowas kann ich mir nicht angucken“. Und das verstehe ich. Trotzdem ist den Tieren damit nicht geholfen. Dennoch muss jeder seine eigene Entscheidung treffen. Und ich habe mich dazu entschieden kein Fleisch oder Fisch mehr zu essen.

Gerne würde ich mich auch für eine komplett vegane Ernährung entscheiden, denn was die Ausbeute der Tiere betrifft, ist das Ergebnis nicht unbedingt besser. Dennoch darf man hierbei nicht vergessen, dass man mit einer Gewohnheit bricht, die man seit seiner Kindheit hatte. Auf Fleisch zu verzichten ist schon ein großer Schritt gewesen. Das bedarf viel geistliche Stärke und Disziplin, wenn man vorher liebend gerne Fleisch gegessen hat. Und mit der veganen Lebensweise klappt es zum Großteil auch gut, jedoch nicht immer. Aber besser Schritt für Schritt als radikal und am Ende gar nicht.

Kurz gesagt bin ich eine 100%ige Vegetarierin mit klaren Tendenzen zur Veganerin.

 

Was sind denn eure Meinungen zu dem Thema? Seid ihr Vegan, Vegetarisch oder nicht? Wieso habt ihr euch dafür entschieden oder nicht? Schreibt es in die Kommentare.

One Comment

  1. Christian Gremsl 22. Mai 2017 at 11:53 - Reply

    Es wird einem nicht leicht gemacht. Ich stamme aus einer richtigen Fleischesserfamilie. Es verging kein Tag, an dem es nicht Fleisch gab. In meiner Kindheit habe ich dann nur die Nudel mit der Sauce gegessen.
    Im vergangenem Jahr habe ich mich entschlossen 2 Monate nur vegan zu essen. Meine persönlichen Ergebnisse waren grandios. Meinen Geschwistern habe ich nichts davon erzählt. Denn schließlich sind ja die Veganer die „Komischen“.
    Eines weiß ich allerdings mit Sicherheit: Es sind die Gedanken, die am meisten Schaden verursachen. Egal ob Fleischesser oder Veganer.
    Ich hatte für mich eine wichtige Erkenntnis: „Der Mensch ist das was er denkt und die Ernährung ist nur ein kleiner Teil seines Wesens.
    Liebe Grüße,
    Christian

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